Theaterhunde / Filmhunde

Bilder eines Auftritts...

Fitz spielt von Mai - Juli 2009 im Theater Freiburg in einer Oper mit. Gespielt wird im Großen Haus. Die Oper ist von Manuel de Falla und heißt "la vida breve". Es handelt sich hier um eine spanische Oper.

Fitz spielt den Hund der Großmutter Abuela (gespielt von Leandra Overmann)UND er spielt diese Rolle mit bravur!!!! Ich bin ständig hinter der Bühne präsent, um Fitz - wenn nötig - zusätzliche Anweisungen zu geben.

Die Schwierigkeit bestand hier die Bindung mit Leandra Overmann aufzubauen, da Fitz auf der Bühne auch frei sein soll. Dies ist so gut gelungen, dass die Zuschauer davon überzeugt sind, dass es tatsächlich der Hund von Leandra Overmann ist. Besser kann es nicht sein.

Der Unterschied vom Theaterhund zum Filmhund ist der Liveauftritt. Es ist wie es ist, es gibt dabei keinen Schnitt und auch keine Wiederholung!!! UND es macht total viel Freude so zu arbeiten. Aber natürlich stehen meine Hunde auch für Filmaufnahmen zur Verfügung. Die freuen sich sogar richtig auf zukünftige Produktionen und ich mich natürlich auch.

Fragen Sie einfach bei mir nach.


Die Bilder sind von Maurice Korbel.



Fitz mit Leandra Overmann, Sigrun Schell und Neal Swantes




Fitz frei auf der Bühne mit Leandra Overmann und einem Kind




Fitz frei auf der Bühne mit Leandra Overmann und Sigrun Schell




Fitz mit Leandra Overmann




Das gesamte Bühnenbild mit Fitz frei auf der Bühne bei Leandra Overmann


Weitere Aufführungen sind noch am 03. Juli und am 10. Juli 2009

Wenn Sie Interesse haben, dann viel Vergnügen!


Und wenn Sie sich ein wenig einlesen möchten, dann hier eine Kritik, in der Fitz doch recht große Erwähnung findet.


Der Hund ist das Menschlichste
13. Mai 2009

La vida breve; Manuel de Fallas Kurzoper „La vida breve” spielt am Freiburger Theater in einer Favela

Von Georg Rudiger

Calixto Bieito tut weh. Sein Musiktheater ist nichts zum Genießen. Der katalanische Regisseur verdichtet und verkürzt, übertreibt und schockiert. Bei seiner Inszenierung von Manuel de Fallas 70-minütiger Kurzoper „La vida breve” am Freiburger Theater ist der erste fast unerträgliche Schmerzpunkt erreicht, wenn aus spielenden Kindern plötzlich kaltblütige Killer werden. Ein Junge sticht den anderen ab - hohe Knabenschreie erschüttern das Publikum. Aber auch die angedeutete blutige Abtreibung oder die letzten Zuckungen von Sigrun Schell als Salud, wenn sie von Paco (Christian Voigt) am Ende zu Tode gewürgt wird, sind solche radikalen Momente.

Muss das sein? Es muss nicht sein. Im Libretto steht nichts von mordenden Kindern. Salud stirbt am Ende an Liebesschmerz ohne physische Gewalteinwirkung. Auch ihre (abgebrochene) Schwangerschaft ist eine Erfindung des Regisseurs. Man könnte die um 1900 in Granadas Zigeunerviertel Albaicín spielende Geschichte auch anders zeigen - mit weniger Gewalt und mehr Gefühl, mit weniger Konkretem und mehr Zwischentönen. Calixto Bieito entscheidet sich wie so oft für klare, unmissverständliche Aussagen. Für ihn ist die Geschichte von „La vida breve” eine Geschichte der heutigen Armut - und deren Auswirkungen auf die Menschen. Die Favelas von Caracas, die Bieito in den 90er-Jahren auf einer Südamerikareise gesehen hatte, waren die Inspiration für das Bühnenbild von Rebecca Ringst.

Das die gesamte Bühnenbreite und -höhe einnehmende, in vielen Kammern und Gängen verschachtelte Gebilde erinnert an die Slums der südamerikanischen Metropolen. Zu Beginn liegen Nebelschwaden wie Smog über der Szenerie. Bieito beginnt die Oper mit ihrem Ende. Die Großmutter (Leandra Overmann) schleift die Leiche ihrer Enkelin Salud über den Boden. Overmanns markerschütternde Schreie geben den Ton vor für dieses Drama, das Philharmonische Orchester Freiburg erzielt unter der Leitung des scheidenden Kapellmeisters Lutz Rademacher mit dunklen, bedrohlichen Farben ähnliche Intensität. Nur der eifrig wedelnde schwarze Labrador hellt die Szenerie etwas auf, wenn er der Toten die Beine leckt und sein Frauchen freundlich umkreist. Der Hund ist das Menschlichste in diesem Mikrokosmos der Gewalt. Dann beginnt Salud von ihrer leidenschaftlichen Liebe zu Paco (ohne Fokus: Christian Voigt) zu erzählen, der ihr die Hochzeit versprochen hat. Es kommt alles ganz anders - der Gigolo entscheidet sich für ein reicheres Mädchen. Am Ende stirbt Salud, die Familie des Bräutigams wird verflucht.

Sigrun Schell ist keine spätpubertäre, unbedarfte Dorfschönheit, sondern eine reife Frau, deren Liebe existentielle Züge trägt. Saluds Leiden, das Schell mit ihrem hochdramatischen Sopran zu größter Tiefe verdichtet, ist so stark, dass sie sich am liebsten zu Tode stürzen möchte. Leandra Overmann ist Beschützerin und Rächerin, Geschlagene und Schlagende. In der Freiburger Inszenierung stimmt sie den (für sie etwas zu tief liegenden) Soleares des Flamencosängers (Gitarre: Jörg Hofmann) an, mit dem das Hochzeitsfest von Paco und Carmela (Sang Hee Kim) im zweiten Akt eingeläutet wird. Die Großmutter singt bei der Hochzeit der verfluchten Familie - Bieito treibt das Drama auf die Spitze. Präsent und bedrohlich ist Leandra Overmann. Mit ihrem voluminösen, den reinen Schönklang bewusst vermeidenden Mezzosopran prägt sie diesen packenden Abend, der im zweiten Akt noch an Spannung zulegt. Zum Fest lässt der Regisseur ein Gitter herunter. Wie Bestien stehen die Mitglieder des Opern- und Extrachores (Leitung: Bernhard Moncado) am Zaun, strecken die Hände durch und heizen mit ihren Einwürfen das Geschehen an. Jede Kastagnettenseligkeit wird vom scharf attackierenden Philharmonischen Orchester Freiburg und dem dröhnenden Chor ausgetrieben. Den ganzen Abend erzählen die Choristen kleine Geschichten vom Leben in der Favela, zwischen Kochen und Kopulieren, Lust und Langeweile. Es sind nur die unbemerkt gewechselten Kostüme (Marian Coromina), die aus den prolligen Favelabewohnern des ersten Aktes die etwas schickere Hochzeitsgemeinde des zweiten machen. Auch hier zeigt sich Bieitos konsequenter, alles Nebensächliche weglassender Ansatz. Am Ende rächt die Großmutter ihre heiß geliebte Enkelin und ersticht Paco. Dann ist die Oper aus. Ein kurzes Leben - schmerzensreich und intensiv.