Hundeschule Freiburg

Blog von Septemberhund - Hundeschule Freiburg

Hundeschule Freiburg - Susanne Allgeier mit Hund

Gemeinsam Wege gehen

Die wirklichen Bedürfnisse Deines Hundes erkennen, erfüllen und mit Deinen in Einklang bringen.
Hundeschule Freiburg Logo Septemberhund
Hundeschule Freiburg Angsthund Hund in Landschaft

Angsthund

Mit Deinem Verhalten bringst Du uns direkt mit unserer Hilflosigkeit in Verbindung. Du lehrst uns Geduld und Empathie UND den Weg der kleinen Schritte.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung zwischen Angsthund und ängstlichem Hund

Das Thema kommt inzwischen sehr häufig vor und erfordert sehr viel Kenntnis, um uns allen ein gutes Leben zu ermöglichen. Ich nehm dich mit in eine ganz spezielle Welt.

Angsthund

Deine Rute ist ständig unten? Du läufst meist etwas geduckt? Hast kein Vertrauen in Menschen und traust dich generell nicht gerne raus auf die Straße? Dann bist Du ein Angsthund.

Dir fehlt ganz einfach das Vertrauen ins Leben generell. Schon die kleinste Kleinigkeit bringt dich aus dem Gleichgewicht und am liebsten liegst du immer an der gleichen Stelle. Du bist der Meinung, dass es sicher ist, wenn du dich nicht bewegst. Am besten geht es dir, wenn nur ganz vertraute Menschen in deine Nähe kommen und je näher du sie kennen lernst, desto mehr Vertrauen schenkst du ihnen.

Menschen, die einfach in deine Nähe kommen, magst du nicht. Entweder du erstarrst einfach und bewegst dich gar nicht mehr oder du fängst an zu knurren, zu bellen und wild um dich zu schnappen oder auch zu beißen.

Das Leben ist für dich unendlich anstrengend, da du in allem eine mögliche Gefahr siehst und dieses Gefühl nicht so einfach loslassen kannst. Fühl dich einmal ganz doll von mir gehalten – Aus der Distanz, aus der es für dich gut ist.

Ängstlicher Hund

Wenn du oft ganz lustig unterwegs bist und Spaß an einigen Dingen im Leben hast, dann geht es dir in den Momenten richtig gut.

Manchmal passieren Dinge, die dir jedoch Angst machen. Es kann sein, es sind bestimmte Geräusche oder generell, wenn es laut wird. Vielleicht sind es auch Männer oder dunkel gekleidete Menschen, die das Gefühl in dir auslösen, dass es für dich gefährlich werden kann.

Dann ziehst du dich zurück und suchst Schutz. Oder du versuchst dich selbst zu schützen, indem du knurrst und bellst, nach vorne rennst und versuchst die Person – wenn es um einen Menschen geht – fern zu halten.

Wenn in dir nur in bestimmten Situationen das Gefühl von Angst entsteht, dann bist du ein ängstlicher Hund.

Septemberhund Angsthund Hund mit großen Augen

Einem Angsthund Sicherheit vermitteln

Ach, wenn du nur selbst immer wüsstest, was dir Sicherheit gibt.

Es gilt auf jeden Fall dich da abzuholen, wo du emotional stehst. Vielleicht bist du noch so in dich zurück gezogen, dass du gar kein Leckechen nehmen magst. Es kann sein, dass du noch nicht einmal angefasst werden möchtest. Fressen möchtest du auch lieber, wenn du alleine bist.

Dann setzen wir genau da an. Du brauchst nicht mehr machen, als das, was du von dir aus machen möchtest.

Bestimmt ist es nach einiger Zeit so, dass du doch ganz zufrieden bist, wenn die wenigen Menschen in deinem Umfeld ab und an vorbei kommen und dich streicheln. Sie erkennen, dass du dich sicher fühlst, weil du den Kopf zu Seite ablegst oder ihnen ansonsten ein Zeichen gibst, dass bedeutet: Sie sollen weiter machen.

Kleiner Tipp: Menschen verstehen ganz gut Zeichen wie Pfote entgegen strecken, Kopf an die Hand ran drücken, an er Hand lecken, wenn du dich auf den Rücken drehst, damit sie deinen Bauch kraulen können.

So bekommen die Menschen mit der Zeit mit, was du gerne magst und machen genau das häufiger.

Du wirst vertrauter mit ihnen und traust dich sogar ein Leckerchen aus der Hand zu nehmen. Wie genau sich das Vertrauensverhältnis aufbaut, hängt von dir und deinen Menschen ab. Wenn ihr euch an die klitzekleinen Schritte haltet, du immer schön Zeichen gibst, wenn du etwas magst und dich immer ein wenig mehr aus deiner Höhle traust, dann kommt ihr mit den kleinen Schritten immer weiter in euerer Beziehung an.

Angsthunde aus dem Tierschutz

Was Du erlebt hast, wenn du aus einem anderen Land zu uns gekommen bist, können wir nicht wissen. Vielleicht sind wir in der Lage es zu erahnen.

Jedenfalls werden es immer mehr, die zu uns nach Deutschland kommen oder ich sage mal gebracht werden.

Da für dich alles neu ist und du verständlicher Weise überfordert bist, mit dem, was alles auf dich einströmt, brauchst du erst einmal richtig viel Zeit, um anzukommen. Vielleicht hast du schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht, denen du in deinem bisherigen Leben begegnet bist. Es kann auch sein, dass auf dem Transport hierher für dich Schlimmes passiert ist.

Manchmal hast du mehr Angst vor Männern, als vor Frauen. Das kann daran liegen, dass du schlechte Erfahrung mit Männern gemacht hast. Es kann allerdings auch daran liegen, dass dir die Energie, die von Männern ausgeht einfach Angst macht. Das ist bei mir auch manchmal so. Männer haben eine höhere Körperspannung als Frauen. Das ist einfach so. Die tiefere Stimme und dass sie manchmal laut werden, macht dir dann noch mehr Angst.

All das braucht Zeit, damit du verstehen kannst, du hast alle Zeit der Welt anzukommen.

Deine Menschen holen sich Hilfe, damit du leichter ankommen kannst. Zeig ihnen, wann immer du dich überfordert fühlst. Sie lernen die Zeichen zu lesen, die du als Angsthund zeigst.

Ich kann übrigens verstehen, wenn du dich ab und an zurück sehnst. Zurück nach deiner vorherigen Heimat, in der für dich alles gewohnt war. Dort waren andere Hunde, du kanntest die Gegend und du kanntest die Menschen und wusstest, wie du mit ihnen umgehen musst.

Der Weg in die Hilflosigkeit

Es braucht auch von deiner Seite richtig viel Geduld mit deinen Menschen. Dadurch, dass du dich teilweise gar nicht bewegst oder sie nicht mehr wissen, wie sie dich dazu bewegen können, mit ihnen in Kontakt zu gehen, fühlen sie sich hilflos und sind oft überfordert.

Es kann sogar vorkommen, dass sie mit dir schimpfen oder laut werden. Dass sie dich an der Leine zerren. Oder dass sie sich zu dir auf den Boden legen und dich bedrängen.

Ich bin mir sehr sicher, dass deine Zweibeiner das nicht wirklich böse meinen. Sie wissen sich nicht mehr zu helfen. Was sich brauchen ist ein Weg, der sie heraus führt aus dieser Spirale, die immer weiter in Rückzug führt. Sowohl bei dir als auch bei ihnen. Sie können dich nicht mitnehmen, wenn sie weg gehen und Besuch zu bekommen ist auch schwierig.

Septemberhund Angsthund Hund mit großen Augen

Ihr braucht jemanden, der euch aus dieser Spirale raus hilft. Der euch zeigt, wie und womit auch ihr Spaß und Freude am Leben haben könnt.

Das ist möglich! Wenn sich alle einlassen, dann wird sich der Weg zeigen.

Erst einmal musst du ankommen. Der weitere Weg in ein neues Leben, führt über Vertrauen fassen.

Geduld entwickeln

Eine große Herausforderung!

Vermutlich werden deine menschlichen Mitbewohner in Sachen Geduld, ganz neue Seiten an sich kennen lernen. Manchmal höre ich: „Geduld ist nicht gerade einer meiner Stärken.“

Doch genau darum wird es gehen in euerem gemeinsamen Leben 🙂 Damit du dich nicht gleich überfordert fühlst oder das Gefühl von „ich kann das nicht“ in dir entsteht, wird dein Mensch Geduld aufbringen müssen.

Ich habe auf einer Fortbildung gelernt eine Gehmeditation zu machen. Das ist ein wunderbares Mittel – für Menschen – Geduld zu lernen. Ich kam vorwärts. Eben nur sehr langsam. Es passiert allerdings etwas ganz tolles dabei. Während ich langsam gehen, fallen mir viel mehr Dinge auf, als wenn ich in normalem Tempo gehe. Ich höre auch mehr Dinge, da ich plötzlich die Zeit habe mich auf mehrere meiner Sinne zu konzentrieren.

Generell sollten Menschen, die einen Angsthund – wie dich – zu sich nehmen, alles loslassen, was sie bisher über Hunde wussten. Sie können bei dir nicht einfach mit Übungen starten, die mit vielen Hunden möglich sind. Diese Hunde nehmen z.B. total gern Futter oder sind begeistert von Spiel. Das ist bei dir anders.

Doch auch für Dich gibt es einen Weg, wenn deine menschlichen Freunde verstanden haben, dass sie neu denken dürfen. Dann werden sie in viel kleineren Schritten denken und werden sich nicht einfach auf eine Übung konzentrieren, die sie für gut halten z.B. Sitz. Sie werden sich auf dich einlassen. Das ist ein großartiger Moment in euerer Beziehung.

Übungen, die sinnvoll sind

Ein paar Tipps, die du an deinem Menschen weiter geben kannst, damit ihr mehr Spaß in euerem Leben habt.

  • Neben dich setzen und abwarten, ob eine Reaktion von dir kommt.
  • Futter auf sein Bein legen oder daneben und schauen, ob du Interesse daran hast – sei ganz ehrlich, das lässt dich nicht kalt, oder?
  • Einfach mal den Raum verlassen und schauen, ob du neugierig wirst.
  • Wichtig ist, dass sie lernen nicht ständig mit dir zu quatschen.
  • Du brauchst absolut einen Rückzugsort! Den suchst du dir selbst aus. Da wirst du auf jeden Fall alleine gelassen.
    Bisschen blöd ist, wenn du dich da gar nicht weg bewegst, dann müssen dich deine Menschen nach draußen tragen.
  • Mit der Zeit lernen die Zweibeiner ganz gut, ob sie etwas mit dir üben können. Das sollten dann wirklich ganz kleine Übungen sein z.B. ein zarter Blickkontakt oder Pfote auf den Schoß legen.
  • Loben, wenn es angebracht ist. Das Lob muss immer angemessen sein und darf dich nicht erschrecken.

Was hat der Vierbein mit dem Zweibein zu tun?

Es hat immer einen Grund, warum ein Zweibein ein Vierbein bei sich einziehen lässt, der ein Angsthund ist.

Da Angsthunde zu den Problemhunden zählen, muss dein Zweibein in gewisser Art und Weise zu einem Profi in Sachen Hund werden. Zumindest was dich angeht.

Keine leichte Aufgabe. Jede Menge Lernaufgaben warten auf euch und jede Menge echte Beziehungsarbeit, die zu leisten ist.

Also sollte sich Zweibein fragen: Warum habe ich einen Angsthund. Was war die Motivation, warum er dich bei sich hat einziehen lassen?

Zufall war es jedenfalls nicht, dass ihr euch gefunden habt. Ihr seid genau richtig füreinander und bietet euch gegenseitig die Lernerfahrung, die für euch an der Stelle eueres Lebens gerade wichtig ist.

Ihr seid beide richtig, wie ihr seid. Das ist wichtig zu wissen – vergesst es nicht!

Was macht einen Angsthundetrainer aus?

Ein Angsthundetrainer muss sehr genau analysieren, wodurch dein ängstliches Verhalten ausgelöst wird. Er zeigt deinem Menschen, wie er dich aus einer anderen, neuen Perspektive betrachten kann und so eine vertrauensvolle Basis für beide Seiten – dich und ihn – entstehen kann.

Septemberhund Angsthund Mensch und Hund

Er erkennt deine Grenzen und wird sie nicht überschreiten. Das gibt dir Sicherheit. Er zeigt euch Übungen, die ihr gemeinsam bewältigen könnt und so mehr und mehr Vertrauen in euere Beziehung bekommt.

Dein Mensch lernt, wie er ängstliches Verhalten erkennt und ihr so ein entspannteres Miteinander findet. Wenn es darum geht dich zu motivieren, damit du dich auf eine Übung einlassen kannst, wird dies immer angemessen sein und du wirst weder in Bedrängnis gebracht noch dich überfordert fühlen.

Du brauchst viele Situationen, in denen du gelobt wirst – meist nicht zu überschwänglich. Immer so, dass du dich wohl damit fühlen kannst.

Bei mir bist Du richtig gut aufgehoben – Deine Angsthundetrainerin – Susanne Allgeier von Septemberhund.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner